Soziale Phobien
Soziale Phobien beginnen oft in der Jugend, zentrieren sich um die Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen in verhältnismäßig kleinen Gruppen (nicht dagegen in Menschenmengen) und führen schließlich dazu, daß soziale Situationen vermieden werden. Im Unterschied zu den meisten anderen Phobien sind soziale Phobien bei Männern und Frauen gleich häufig.
Sie können klar abgegrenzt sein und bespielsweise auf Essen oder Sprechen in der Öffentlichkeit oder Treffen mit dem anderen Geschlecht beschränkt sein. Oder sie sind unbestimmt und treten in fast allen sozialen Situationen außerhalb des Familienkreises auf. Angst, in der Öffentlichkeit zu erbrechen, kommt vor. Direkter Augenkontakt wird in einigen Kulturen als ausgesprochen belastend empfunden.
Soziale Phobien sind in der Regel mit einem niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint der Patient manchmal, daß eine dieser sekundären Manifestationen seiner Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können sich bis hin zu Panikattacken verstärken. In extremen Fällen kann beträchtliches Vermeidungsverhalten schließlich zu vollständiger sozialer Isolierung führen.
Betroffene berichten:
Gesine F. 41 J., Göttingen
Bei mir brach die Krankheit schon in der Kindheit aus. Schon in der Schule traute ich mich nicht zu reden und hatte Angst vor meinen Mitschülern. Mein Problem war ein ständiger Harndrang und die Befürchtung, daß ich mich vor allen Leuten in die Hose mache, weil das Gefühl so echt und so massiv war, daß ich dachte, es passiert jeden Moment.
Einen Beruf habe ich deswegen nicht gelernt und wenn es mir gut ging, dann habe ich meiner Tante in ihrem Kiosk geholfen. Immer wo ein Klo in der Nähe war, war ich etwas beruhigter. Therapie habe ich einige gemacht und in der Klinik war ich auch. Richtig angstlos bin ich aber nie gewesen
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