Panikstörung
Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen variieren die Symptome von Person zu Person, typisch ist aber der plötzliche Beginn mit Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühlen, Schwindel und Entfremdungsgefühlen (Depersonalisation oder Derealisation).
Fast stets entsteht dann sekundär auch Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder Angst, wahnsinnig zu werden. Die einzelnen Anfälle dauern meistens nur Minuten, manchmal auch länger. Häufigkeit und Verlauf der Störung sind ziemlich unterschiedlich.
Patienten erleben in einer Panikattacke häufig ein Crescendo der Angst und der vegetativen Symptome, was zu einem meist fluchtartigen Verlassen des Ortes führt. Kommt dies in einer besonderen Situation vor, z.B. in einem Bus oder in einer Menschenmenge, so wird der Patient möglicherweise in Zukunft diese Situation meiden. Auf ähnliche Weise können häufige und unvorhersehbare Panikattacken Angst vor dem Alleinsein oder vor öffentlichen Plätzen hervorgerufen. Einer Panikattacke folgt meist die ständige Furcht vor einer erneuten Attacke.
Betroffene berichten
Anke w, 27 J., Eschwege
Vor 6 Jahren bekam ich in meiner Stammdisco eine Panikattacke, obwohl ich nur am Tresen stand. Ich wußte nicht was das war und kam zu der Überzeugung, daß mir jemand eine Droge ins Getränk geschüttet hat. Dann dachte ich nicht mehr daran. Einige Wochen später bekam ich so eine Attacke auf der Autobahn im Stau. Später im Supermarkt und noch später überall da wo Leute waren waren. Meine Befürchtung ist, daß ich verrückt werde oder irgendwas auffälliges tue.
Mein Hausarzt überwies mich irgendwann zu einem Psychiater und dessen Frau arbeitete in der Uni-Klinik in der Psychosomatik. Er riet mir an, dort eine stationäre Therapie zu machen und bot mir zur Überbrückung Tavor an. Bei ber Vorbesprechung zur Therapie bekam ich ich Angst, weil man mich fragte, ob ich gleich den direkten Weg über eine tiefenpsychologische Gruppe gehen wollte oder erst eine Verhaltenstherapie machen möchte. Nach Rücksprachen mit dem Psychiater entschied ich mich für die stationäe Gruppentherapie.
Ich machte dort auch ein Angstbewältigungstraining, aber schwerpunktmäßig wurden diverse Themen in meinem Leben angegangen. Meine abhängige Beziehung zu meinem Verlobten, mein Job, der mich nicht ausfüllte, das zu enge Band zu meinen Eltern und meine Angst vor der Unabhängigkeit.
Der Aufenthalt zeigte Wirkung, ich trennte mich von meinem Verlobten, machte mein Abi nach und fing an zu studieren. Ich zog dafür in eine andere Stadt und die Ängste verblichen. Ich lernte meinen Ehemann kennen und war sehr glücklich. Vor 2 Jahren bekam ich eine suße Tochter und dann trennte sich mein Mann wegen einer anderen von mir und die Panik kurz darauf fing wieder an. Jetzt nehme ich Zoloft und die wirken gut und will wieder in die Uniklinik gehen, um abermals mein Leben in den Griff zu bekommen.
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