Hypochondrische Ängste
Vorherrschendes Kennzeichen ist die beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden körperlichen Krankheiten zu leiden, manifestiert durch anhaltende körperliche Beschwerden oder ständige Beschäftigung mit der eigenen körperlichen Erscheinung. Normale oder allgemeine Empfindungen und Erscheinungen werden von der betroffenen Person oft als abnorm und belastend interpretiert und die Aufmerksamkeit meist auf nur ein oder zwei Organe oder Organsysteme fokussiert.
Die befürchtete körperliche Krankheit oder Entstellung kann von der betroffenen Person benannt werden. Zwischen den einzelnen Konsultationen variiert der Grad der Überzeugung, von ihr befallen zu sein, und die vorwiegende Betonung einer Erkrankung gegenüber einer anderen. Die betroffene Person wird also gewöhnlich die Möglichkeit in Erwägung ziehen, daß auch noch andere oder zusätzliche körperliche Krankheiten existieren können, abgesehen von der im Vordergrund stehenden.
Häufig finden sich beträchtliche Depression und Angst und können dann eine zusätzliche Diagnose rechtfertigen. Diese Störungen treten selten erstmals nach dem 50. Lebensjahr auf. Der Verlauf der Symptome sowie der Behinderung ist im allgemeinen chronisch und wechselhaft. Fixierte Wahnvorstellungen über körperliche Funktionen oder die Körperform dürfen nicht vorhanden sein. Furcht vor dem Bestehen einer oder mehrerer Krankheiten (Nosophobie) sollte hier klassifiziert werden.
Dieses Syndrom tritt bei Männern und bei Frauen auf; es lassen sich im Unterschied zu der Somatisierungsstörung keine besonderen Familienauffälligkeiten beschreiben.
Viele Patienten, besonders diejenigen mit leichterer Ausprägung dieser Störung, bleiben innerhalb der Primärversorgung oder anderer nichtpsychiatrischer medizinischer Spezialfächer. Die Überweisung in psychiatrische Behandlung wird häufig übelgenommen, es sei denn, man erreicht diese frühzeitig im Erkrankungsverlauf und in taktvoller Zusammenarbeit zwischen überweisendem Arzt und Psychiater. Der Grad der mit dieser Störung verbundenen Behinderung ist sehr unterschiedlich; einige Patienten dominieren und manipulieren Familie und soziales Umfeld infolge ihrer Symptome, ein kleiner Teil lebt dagegen fast normal.
Betroffene berichten:
Sabine H., 40 Jahre, Düsseldorf
Ich habe die Störung seit 20 Jahren und seit 2 Jahren leide ich unter Panikattacken. Meine Diagnose ist traumatische Angststörung, hypochondrische Angststörung mit Panikattacken. Meine Situationen wo die Panik auftritt : bei körperlichen Veränderungen /Symtomen jeder Art, besonders jedoch auf´s Herz bezogen
Meine Symptome während der Angst- und Panik: Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Schweissausbrüche, kalte, nasse Hände, Hyperventilation, Atemprobleme
Meine Befürchtung während Angst und Panik: Der Tod
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